Junge Pinguine ziehen hinaus in die Welt

Frackträger-Nachwuchs des Spreewelten Bades zieht aus

Gestern war es soweit: Acht Pinguine aus dem Spreewelten Bad in Lübbenau traten ihre Reise an. Zunächst in die Tschechische Republik. Zweieinhalb Stunden Fahrt hatte die Pinguin-Clique vor sich. Mittlerweile seien sie gut und sicher angekommen und „sehen glücklich aus“, erhielten die Spreewelten-Tierpfleger eine kurze Meldung aus dem Nachbarland.

Die kleinen Frackträger wurden in den letzten Wochen gut auf ihren Auslands-Einsatz vorbereitet. Die Reisetauglichkeit wurde den Auszüglern von Amts wegen bestätigt. „Die Pinguine haben die ärztliche Untersuchung bestanden. Alle Befunde waren in Ordnung“, bestätigt Tierarzt Bernd Paulenz. Die notwendigen Ausreise-Papiere wurden ebenfalls aus- und zusammengestellt.

Die Jungtiere aus dem Jahrgang 2014 werden zukünftig in Asien ihr neues Zuhause finden. Die drei Pinguin-Mädels und fünf Jungs bleiben auch in ihrer neuen Heimat zusammen.

Das Weggeben ihrer liebgewonnenen Schützlinge fiel den beiden Tierpflegerinnen Laura Schäfer und Sabine Lowka nicht leicht. Sie wollen aber ein Gedränge auf der Anlage vermeiden. „Im Vergleich zu Kaiserpinguinen brauchen Humboldt-Pinguine einen größeren Individualabstand“, erklärt Laura Schäfer die Umstände.

Es war das zweite Mal, dass sich die beiden Pinguin-Pflegerinnen von einigen Vögeln trennen mussten. Vier Männchen  gingen 2013 bereits an einen Zoo in Berlin. „Das ist ein ganz normaler Umstand“, so Sabine Lowka, „in jedem Zoo läuft es ganz genauso.“ Dennoch konnte sie bei der Abreise die eine oder andere Träne nicht zurückhalten, gab sie ehrlich zu.

Ein Küken vom letzten Nachwuchs bleibt den zwei jungen Frauen ja noch: Flocke ist das Nesthäkchen. Er wurde von den Pflegerinnen mit der Hand aufgezogen. „Sonst hätte er wohl nicht überlebt“, fügt Schäfer an. Obwohl er seit geraumer Zeit mit seinen Pinguin-Kameraden zusammen lebt, holt er sich täglich seine Streicheleinheiten bei seinen Zieh-Mamis ab. „Manchmal legt er sich einfach in die Vorbereitungsküche und sieht zu, was wir machen“, schmunzelt Lowka. Selbst wenn er vor lauter Neugier die herumstehenden Eimer auskippt und ein Mini-Chaos anrichtet, können ihm die beiden jungen Frauen nicht böse sein.

Die älteren Bewohner der Anlage scharren derweil bereits mit ihren Füßen vor den Bruthöhlen. „Wir werden sie demnächst öffnen“, erklärt Sabine Lowka, „momentan ist es noch ein bisschen zu kalt.“ Dann geht der Nestbau offiziell los. Lowka und Schäfer sammeln dafür schon seit Winterbeginn Reisig. Unterstützt werden sie von Tierarzt Paulenz. Es bleibt abzuwarten, ob sich auch das dritte Jahr in Folge gesunder Nachwuchs einstellt.